Asyl ist Menschenrecht: Veranstaltungsreihe des Initiativkreis Migration Rosenheim

Flucht, Migration und Asyl, das sind Themen, die nun auch in Deutschland diskutiert werden. Die Katastrophen im Mittelmeer, die politischen Diskussionen um die Verteilung der Flüchtlinge innerhalb Deutschlands und in Europa sowie das große Engagement von ehrenamtlichen Helferkreisen vor Ort demonstrieren die Bedeutung auf allen Ebenen. Doch warum genau fliehen Menschen, was geschieht auf einer Flucht, wo und unter welchen Umständen finden Menschen Schutz? Zu diesen und weiteren Fragen organisiert der Initiativkreis Migration Rosenheim in Kooperation mit der Petra-Kelly-Stiftung vom 17. Juli bis 2. August eine zweiwöchige Veranstaltungsreihe.

17. Juli – 02. August | VHS:
Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“

Über den kompletten Zeitraum, also vom 17. Juli bis 02. August wird in der VHS Rosenheim die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ von Pro Asyl und anderen gezeigt.Die Informationsausstellung versucht auf Fragen wie Warum fliehen Menschen? Welchen Gefahren sind sie ausgesetzt? Welche Wege müssen sie beschreiten, welche Hindernisse überwinden? Wo und unter welchen Umständen finden sie Schutz? Antworten zu geben. Sie schildert die Lage in Kriegs- und Krisengebieten sowie in den Nachbarregionen. Sie informiert über Fluchtursachen und Fluchtwege. Sie berichtet über die Situation an den EU-Außengrenzen sowie im Inneren Europas und Deutschlands.

17. Juli | 20 Uhr | VHS:
Eröffnung der Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“: Vortrag und Führung

Wie ist die Situation von Geflüchteten in Stadt und Landkreis Rosenheim? Warum und zu was arbeitet der Initiativkreis Migration Rosenheim? Was sind aktuelle asylpolitische Veränderungen und Probleme? Neben diesen Fragen wird gemeinsam die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ von Pro Asyl besichtigt und erläutert.

17.-19. Juli | Salzstadel und 22., 23. Juli | Fußgängerzone:
23 Quadratmeter neue Heimat: Leben in einem Flüchtlingszelt

Es bedeutet 23 Quadratmeter neue Heimat für Flüchtlinge – für Kinder, Alte, für ganze Familien. Millionen von Menschen leben in UNHCR-Flüchtlingszelten. Sie wohnen und schlafen auf engstem Raum. Oft für Jahre, sogar Jahrzehnte. Doch das Zelt rettet ihr Leben. Einen Eindruck, wie es ist in einem Flüchtlingszelt zu leben, können Interessierte beim Besuch eines Flüchtlingszelt von UNHCR am Salzstadel bekommen. Dieses ist mit zusätzlich mit originalen Hilfsgütern wie Decken, Matten, Moskitonetzen, Küchenset und Plastikeimer ausgestattet.

23. Juli | 19:30 Uhr, | Bühne im Lokschuppen:
Flüchtlingserfahrungen

Sechs Betroffene aus Syrien, Kongo und Senegal berichten: Sie lassen uns Ausschnitte miterleben vom Leben in ihrem Land, von ihrer Flucht und ihrer Situation in Deutschland.

24. Juli | 19 Uhr Einlass, 20 Uhr Beginn | Tam Ost:
Steckerlfisch & Schlagsahne

Benefiz-Auftritt des Comedy-Duos „Steckerlfisch & Schlagsahne“.
Das Comedyduo „Steckerlfisch und Schlagsahne“ zeigt in diversen Rollen und Sketchen, dass das „alltägliche Miteinander“ Tücken mit sich bringt, die das Leben erst lebenswert machen. Das Duo beweist „Mut zur Hässlichkeit“, kennt kaum Schamgrenzen und man kann sich sicher sein: „Steckerlfisch und Schlagsahne“ halten allen einen Spiegel vor, sie strotzen vor Selbstironie und bleiben immer über der Gürtellinie!

Kartenvorverkauf bei Kroiss TicketZentrum Rosenheim, eine Karte kostet 12 €.

26. Juli | 19 Uhr | Z (Innstr. 45):
Filmvorführung „Bamako“

Attac Rosenheim und Juma-Film zeigen den Film „Bamako“ (Mali, Frankreich, USA; 2006; Regie: Abderrahmane Sissako). In Bamako, der Hauptstadt Malis, teilen sich die Sängerin Melé und ihr arbeitsloser Mann mit Hühnern, Ziegen und anderen Bewohnern einen Hinterhof. Neben Hochzeitsgesellschaften und Waschtagen findet dort eine Gerichtsverhandlung statt: Vertreter der afrikanischen Zivilgesellschaft klagen gegen die Politik des internationalen Währungsfonds IWF und der Weltbank, die mit ihren Projekten das Land zugrunde richten. Regisseur Sissako lässt Ankläger, Zeugen und Verteidiger auftreten, er gibt den Frauen breiten Raum, es werden Szenen einer afrikanischen Emigration nach Europa und eines fiktiven Westerns gezeigt. Der immer noch aktuelle Film zeigt, wie die nördliche Welt mit dem Süden umgeht, der um sein Überleben kämpft.

30. Juli | 20 Uhr | Z (Innstr. 45):
Lebenssituation und Anerkennungspraxis von lesbischen und LGBT Geflüchteten

Lesbische Migrantinnen sind häufig einer doppelten Stigmatisierung ausgesetzt: Homosexualität wird in vielen Herkunftsstaaten verfolgt, nicht akzeptiert oder tabuisiert. Gleichzeitig erleben geflüchtete Lesben auch in Deutschland Diskriminierungen und massive Schwierigkeiten. Rita Braaz von der Lesbenberatungsstelle LeTRa informiert über die LGBT-Anerkennungspraxis des BAMFs und stellt sensible Bereiche und Unterstützungsmöglichkeiten in der Beratungsarbeit vor.

31. Juli | 19:30 Uhr | Vetternwirtschaft:
Forumtheater: Asyl – Menschen wie Menschen behandeln

Das Stück „Asyl – Menschen wie Menschen behandeln“ zeichnet in kurzen, prägnanten Einzelszenen einen typischen Asylverlauf nach: Ankunft in Deutschland und Asylverfahren, Unterbringung in „Gemeinschaftsunterkünften“, Sachleistungen statt Bargeld, Residenzpflicht, Ausbildungs- und Arbeitsverbot, eingeschränkte medizinische Versorgung, Duldung und schließlich Abschiebung.
Zwischen jeder Spielszene informiert ein kurzer Videofilm über die Hintergründe, z.B. über die Residenzpflicht oder die eingeschränkte medizinische Versorgung von Geflüchteten.
Nach diesem, etwas über eine Stunde dauernden ersten Teil, folgt nach einer kurzen Pause der eigentliche Programmpunkt des Abends, das Forumtheater. Drei Szenen aus dem vorherigen Stück werden noch einmal gespielt. Diesmal aber dürfen die Zuschauer mitspielen. Sie können eine beliebige Rolle ersetzen oder eine neue Figur einbringen und versuchen, die Szene zu einem glücklicheren Ende zu bringen. Häufig kommt es zu überraschenden, aber durchaus praktikablen Lösungen. Klar, es wird dabei auch viel gelacht, denn Lachen ist beim Forumtheater ein Akt der Befreiung.
Der Abend klingt nach etwa 2 bis 2,5 Stunden mit einer kurzen Diskussionsrunde aus.

02. August | 19 Uhr | Z (Innstr. 45):
Filmvorführung: Das Golddorf

Die infogruppe rosenheim zeigt im Rahmen des politischen Film den Film „das Golddorf“ (Deutschland 2014 – Regie: Carolin Genreith).
Heimatlos trifft Heimatidylle: Flüchtlinge aus aller Welt bringen die Weltpolitik ins urbayrische Chiemgau mit seiner lebendigen Tradition. „Hier gibt es sehr gute Luft und schöne Landschaft“ lobt Fishatsyon aus Eritrea den idyllischen Ort Bergen im Chiemgau. Er ist einer von 40 Asylbewerbern, die im Gasthaus gegenüber der Dorfkirche untergebracht wurden. Auch Abdul Ghafar, sein afghanischer Schicksalsgefährte, findet Worte des Lobes ob der Trachtenjugend, die die Traditionen der Ältereren pflegen, statt wie sonst überall auf der Welt modern sein zu wollen. Mit ethnologischem Blick auf das exotische Bayern erforscht die Filmemacherin was passiert, wenn unterschiedliche Konzepte von Heimat aufeinandertreffen. Und auf einmal kommt Bewegung in den Ort.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei (ausgenommen zum Kabarett „Steckerlfisch und Schlagsahne“).

Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit der Petra-Kelly-Stiftung statt und werden u.a. unterstützt durch den Stadtjugendring und dessen laufendes Themenjahr „Stadtjugendring gegen Rassismus
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Logo Themenjahr Stadtjugednring

Einlassvorbehalt: Für sämtliche Veranstaltungen gilt folgender Einlassvorbehalt: Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der extremen rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische, nationalistische, transphobe, homophobe oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.